Die Förderschule mit dem Förderschwerpunkt Sprache für den Primarbereich wurde 1980 in der Somborner Straße (Bochum-Langendreer) gegründet. Gestartet wurde mit einer Klasse von 12 Kindern. 1984 erfolgte der Umzug in das Gebäude der ehemaligen Realschule in der Eislebener Straße (ebenfalls Langendreer). Zu diesem Zeitpunkt gab es bereits 6 Klassen, die Schülerzahlen stiegen stetig an. Ende 1992 zog die Schule in das jetzige Schulgebäude an der Drusenbergstraße. Der Name Brüder-Grimm-Schule wurde nach den berühmten Sprachforschern und Märchensammlern Jacob und Wilhelm Grimm gewählt, die in ihrer Zeit nicht nur für ihre wissenschaftliche Tätigkeit, sondern auch für ihre Integrität und ihren politischen Mut weithin bekannt waren.

 

 

 

 

Brüder-Grimm-Schule heute

 

In  insgesamt 11 Klassen werden heute etwa 110 Schülerinnen und Schüler aus dem gesamten Stadtgebiet Bochum von 22 Lehrerinnen und Lehrern unterrichtet. Im Schulgebäude werden alle  Klassenräume genutzt. Dazu gibt es mehrere Gruppenräume für individuelle Fördermaßnahmen sowie eine Turnhalle, die wir mit der Drusenberg-Grundschule gemeinsam nutzen.

In einem  modernisierten Nebengebäude wird die Offene Ganztagsschule gemeinsam mit der Grundschule durchgeführt. Insgesamt nutzen mehr als 150 Kinder aus beiden Schulen diese Möglichkeit der Ganztagsbetreuung.

Das Schulgelände ist von der Stadt Bochum mit Spielmöglichkeiten ausgestattet, die von den Kindern ganzjährig genutzt werden.

Aufgaben und Ziele

 

Die Schule nimmt Kinder mit einem umfassenden Förderbedarf im Bereich der Sprache auf.
Diese sind gekennzeichnet durch Entwicklungsverzögerungen oder Beeinträchtigungen des Sprechens, der Aussprache, Satzbildung und / oder Wortfindungsstörungen.
Durch Sprechhemmung kann eine Sprachverweigerung und ein Gefühl von "Anders-Sein" diese Kinder emotional stark beeinträchtigen, so dass sie am Unterricht an einer allgemeinen Schule nicht erfolgreich teilnehmen können. Zudem können Wahrnehmungen der Sinne oder des eigenen Körpers nicht altersgemäß vorhanden sein.

 

Eine Aufnahme in unsere Schule geschieht nach ausführlicher Überprüfung im Rahmen eines Verfahrens mit abschließendem Gutachten, das gemeinsam mit der zuständigen  Grundschule durchgeführt wird. Dabei wird auch überlegt, ob eine sonderpädagogische Förderung im Rahmen des Gemeinsamen Unterrichts an der Grundschule möglich ist. Wir klären ebenfalls jedes Jahr erneut, ob ein Wechsel in eine allgemeine Schule erfolgreiches Lernen für die Schüler bedeuten kann.

Ziel der Förderschule Sprache ist es, Kenntnisse und Fertigkeiten in den Bereichen des Spracherwerbs, des sinnhaften Sprachgebrauchs und der Sprechtätigkeit zu vermitteln. In der Schule ist Sprache nicht nur ein herausragender Lerngegenstand,

sondern schulisches Lernen ist vor allem sprachlich vermitteltes Lernen. Sprache ist in jedem Fall von zentraler Bedeutung für alle Fächer und bestimmt den Tagesablauf unserer Kinder.

Organisation

 

Der Schulbesuch wird im gesamten Einzugsbereich der Stadt Bochum für alle Schülerinnen und Schüler durch Schulbusverkehr ermöglicht. Auch für die Kinder der Offenen Ganztagsschule ist nachmittags eine Rückfahrt durch Kleinbusse und Taxis organisiert.

Das Kind besucht zunächst eine Eingangsklasse, um Entwicklungsrückstände in allen grundlegenden Bereichen aufzuholen, die zur Sprachentwicklung beitragen: Bewegung, Wahrnehmung, Konzentration, Arbeits- und Lernverhalten. Die sonderpädagogische Förderung wird mit ersten schulischen Inhalten verbunden. Auch hier werden bereits Zahlen und Buchstaben gelernt, erste Schritte zur Schriftsprache vollzogen.

Im Anschluss an die Eingangsklasse besucht das Kind die Klasse 1. Die Schule arbeitet in den Klassen 1 bis 4 nach den Lehrplänen der Grundschule.

8 bis 14 Kinder lernen in einer Klasse. Die Unterrichtsinhalte und Methoden werden durch besonders ausgebildete Lehrer/innen auf den jeweils vorliegenden individuellen Förderbedarf abgestimmt und in Förderplänen dokumentiert. Der besonders wichtige, aber für diese Kinder erschwerte Erwerb der Schriftsprache wird mit vielfältigen Aktivitäten, beispielsweise durch die Verbindung mit rhythmisch-musikalischer Erziehung, mit darstellenden Spielformen und durch die Kombination von Bewegung, Handeln und Sprache gefördert.

Ein großes Anliegen der pädagogischen Erziehung ist die Persönlichkeits- und Sozialentwicklung der Kinder. Ihre eingeschränkte Kommunikationsfähigkeit kann zu Hemmungen, mangelndem Selbstwertgefühl oder auffälligem Verhalten führen. Für weitere Informationen und zur Beratung stehen wir gerne zur Verfügung.

In Ergänzung zum Klassenunterricht erhalten die Kinder Einzel- oder Kleingruppenförderung. Diese bezieht sich u.a. auf Nachentwicklung früherer Sprachphasen, Anbahnung und Festigung von Lauten, spezielle Hörschulungen sowie Atem- und Entspannungsübungen.

Die Förderschule mit dem Förderschwerpunkt Sprache ist eine Durchgangsschule. Dies bedeutet, dass für die Kinder der Wechsel in eine Grundschule zu jedem Zeitpunkt möglich ist, sofern der sonderpädagogische Förderbedarf nicht mehr so umfangreich ist. Auch ein Wechsel aus einer Grundschulklasse zu unserer Schule ist möglich. Dazu ist ein entsprechender Antrag der Eltern notwendig.

 

Im Anschluss an das 4. Schuljahr der Brüder-Grimm-Schule besucht ein Kind entweder

  • eine weiterführende Schule (Hauptschule, Realschule, Sekundarschule, Gymnasium, Gesamtschule) oder, falls noch weiterer Förderbedarf besteht
  • die Sekundarstufe I der Förderschule Förderschwerpunkt Sprache. Für Bochum ist das die Hasselbrinkschule

Selten gibt es einen Wechsel an eine andere Förderschule.