Brüder - Grimm - Schule

Städtische Förderschule –

Förderschwerpunkt Sprache (Primarbereich)

 

 

 

 

Brüder – Grimm – Schule

Städtische Förderschule

Drusenbergstrafle 33

44789 Bochum

 

Tel.                                0234/309933

Fax                                0234/3250599

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www.brueder-grimm-schule-bochum.de

 


Inhaltsverzeichnis

Vorwort.

1. Pädagogische Grundeinstellung und Erziehungsauftrag

2.     Entwicklung der Schule

2.1. Zur Geschichte der Brüder Grimm Schule

2.2. Aktuelle Situation der Brüder Grimm Schule (Gesamtsystem)

2.3. Aktuelle Raumsituation am Standort Drusenbergstraße

2.4. Offene Ganztagsbetreuung - OGS

3.     Unterrichtskonzepte und Standards   sonderpädagogischer Förderung

 3.1. Standards sonderpädagogischer Förderung

 3.2. Unterrichtsmerkmale sprachkonzeptioneller Förderung

 3.3. Zielperspektiven

 3.4. Konzeption der Schuleingangsphase

 3.5. Musikalische Förderung

 3.6. Pädagogische Diagnostik

 

3.6.1. AO-SF – Verfahren

3.6.3. Förderdiagnostik im Unterricht

3.6.4. Leistungsbewertung / Vergleichsarbeiten

3.7. Fortbildungsplanung

3.8. Schule als Ausbildungsort

4. Beratung

4.1. Internes Beratungskonzept

4.2. Externes Beratungsangebot

5. Aktives Schulleben

5.1. Elternarbeit

5.2. Gemeinschaftserfahrungen

5.3. Präsentation und Gestaltung der Schule

5.3. Öffentlichkeitsarbeit

6. Perspektiven der Weiterentwicklung / Evaluation

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Vorwort

1. Pädagogische Grundeinstellung und Erziehungsauftrag

2. Entwicklung der Schule

3. Unterrichtskonzepte und Standards   sonderpädagogischer Förderung

5.1. Elternarbeit

5.2. Gemeinschaftserfahrungen

5.3. Präsentation und Gestaltung der Schule

5.4. Öffentlichkeitsarbeit

6. Perspektiven der Weiterentwicklung / Evaluation

 


Vorwort

 

Das neu überarbeitete Schulprogramm der Brüder-Grimm-Schule wird in einer Zeit erstellt, in der sonderpädagogische Förderung durch die anhaltende Debatte um inklusive Beschulung aller Schülerinnen und Schüler in allgemeinen Schulen insgesamt stark auf dem Prüfstand steht. Alle Schülerinnen und Schüler der Brüder-Grimm-Schule sind aufgrund umfassender Überprüfungen und im Einvernehmen aller Beteiligten an unserer Schule aufgenommen worden. Ein Teil der Schüler hat in der gemeinsam mit der benachbarten Drusenberg-Grundschule eingerichteten Ganztagsbetreuung Gelegenheit, zu lernen und zu spielen.

 

Die Brüder-Grimm-Schule als Förderschule mit dem Förderschwerpunkt Sprache im Primarbereich leistet seit mittlerweile 30 Jahren einen wesentlichen Beitrag zum Wachstum und zur Persönlichkeitsentwicklung der Kinder und Heranwachsenden. Alle Lehrerinnen und Lehrer haben sich für diese Aufgabe spezialisiert und sind verantwortlich für Unterricht und Erziehung aller Schüler. Aufgrund langjähriger Kooperationen sowohl mit anderen Förderschulen als auch Grund- und Sekundarstufenschulen geben wir nach individueller Überprüfung in jedem Einzelfall die Schülerinnen und Schüler an andere Schulen weiter und begleiten auch dort den Lern- und Lebensweg soweit es erforderlich erscheint.

 

Durch Schnuppertage, Informationsveranstaltungen und bei gezielter Nachfrage gewähren wir allen Interessierten Einblick in unsere Arbeitsfelder und unsere Zielsetzungen. Das Angebot richtet sich an Eltern, Kindergärten und andere Schulen sowie außerschulische Einrichtungen wie Jugendamt und Sozialamt und sonstige Stellen. Wir sehen die Herausforderungen, die durch gesellschaftliche Veränderungen und an knappe Ressourcen gebundene Investitionen auf alle zukommen. Für die Kinder ist es schon jetzt und wird es zukünftig eine ganz wichtige Aufgabe sein, ein an Werten und Teilhabe orientiertes,eigenständiges Leben zu führen. Sie brauchen unsere Wertschätzung, beständige Unterstützung und qualitativ hochwertigen sowie differenzierten Unterricht.

 

Bochum, im November 2016

 

1. Pädagogische Grundeinstellung und Erziehungsauftrag

 

Schülerinnen und Schüler mit hohem sonderpädagogischen Förderbedarf im Bereich der Sprache zeigen vielfältige und individuell ausgeprägte Eigenheiten. Diese erklären sich überwiegend aus der jeweils eigenen Lebensgeschichte des betroffenen Kindes.

 

Mit zunehmendem Alter können die Schüler selbst erkennen, mit welchen Begabungen und Hemmnissen sie den schulischen Alltag bewältigen. Dies gilt nicht nur für das tägliche Lernen, sondern auch für die Begegnung mit Gleichaltrigen und Älteren ab dem frühen Morgen, im Schulbus, in der Klasse und in den Pausen. Sprache und angemessene Kommunikation sind der Schlüssel für die Kontaktaufnahme und Regelung der notwendigen Bedürfnisse eines Jeden.

Je stärker Kinder in dem Bereich sprachlich auditiver Wahrnehmung beeinträchtigt sind, um so wesentlicher sind Hilfestellungen und Unterstützungen, damit Brücken gebaut werden und angemessene Ausdrucksformen und passende Verhaltensweisen erworben und trainiert werden können.

 

Neben den fachlichen Unterrichtsinhalten und der Orientierung an den Lehrplänen der allgemeinen Schule bieten wir soweit möglich den Rahmen und Hintergrund, damit Interaktion und Kommunikation, das Sprechen miteinander und über sich selbst geübt, erprobt und entwickelt werden.

 

Die sonderpädagogische Spezialisierung auf den Förderschwerpunkt Sprache mit allen Begleitformen der Wahrnehmungs- und Sinnesschulung im Sinne sprachkonzeptioneller Förderung ist unser grundlegender Ansatz. Dafür werden auch in den Bereichen der Körper- und Bewegungserfahrungen, Rhythmik und musikalischen Förderung Angebote bereitgehalten.

 

Familien können durch Einzelfallhilfe unterstützt werden, damit Schwierigkeiten und durch individuelle Lebensbedingungen entstandene Verhaltensauffälligkeiten von Schülern und Schülerinnen gemeinsam bewältigt werden können. Wir nutzen alle Möglichkeiten der weitergehenden Beratung und Unterstützungssysteme durch Ergotherapeuten, Logopäden, Fachärzte und Kindertherapeuten, um den Erfolg für das Kind zu sichern.

 

Als Durchgangsschule überprüfen wir in regelmäßigen Abständen, in wieweit eine Rückführung in die zuständige Grundschule, auch unter Einbeziehung der Möglichkeiten des Gemeinsamen Unterrichts realistisch erscheint. Dabei halten wir regelmäßige Elternkontakte und Austausch über die Einschätzungen und Besonderheiten der Kinder für besonders wichtig.

 

Durch unsere in Förderplänen dokumentierte individuelle Arbeit mit jedem Kind erhalten wir Informationen über die Entwicklung der Lernfortschritte und der Förderbereiche, in denen Unterstützung als erforderlich festgestellt wurde. Der Austausch der Kollegen untereinander, mit den Fachkollegen und innerhalb der Jahrgangsstufen erweitert die Möglichkeiten, die betreffenden Kinder umfassend einzuschätzen und zu begleiten.

 


2. Entwicklung der Schule

 

2.1. Zur Geschichte der Brüder Grimm Schule

 

·        1980 gründete sich die BGS mit einer Klasse im Nebengebäude der GGS Somborner Str. in Bochum – Langendreer.

·        1984 erfolgte der Umzug der BGS in das Gebäude der ehemaligen Realschule in der Eislebener Str. in Bochum - Langendreer aufgrund stetig steigender Schülerzahlen und erhält den Namen Brüder Grimm Schule nach den Sprachforschern und Märchensammlern Jacob und Wilhelm Grimm.

·        1992 zog die Schule in das zur Zeit genutzte, denkmalgeschützte Schulgebäude in der Drusenbergstr. in Bochum – Ehrenfeld. Aufgrund weiter steigender Schülerzahlen wurden die erste Etage des Nebengebäudes sowie ein Pavillon zusätzlich genutzt.

·        2005 entstand eine Betreuungsmöglichkeit im offenen Ganztag.

·        2007 wurde eine gemeinsame OGS der BGS und der GGS Drusenberg eingerichtet.

·        2008 wurde die Dependance in der Ruhrstr. in Bochum – Wattenscheid aufgrund weiter steigender Schülerzahlen eingerichtet.

·        2009 wechselte die Schulleitung: Irmgard Wiemann wurde in den Ruhestand verabschiedet. Christiane Nicolai übernahm die Schulleitung.

 

2.2. Aktuelle Situation der Brüder Grimm Schule (Gesamtsystem)

 

Schuljahr 2016/2017:

·        102 Schüler

·        21 LehrerInnen,   davon 3 in inklusive Lerngruppen abgeordnet

-          13 Stunden Schiller- Gymnasium

-          13 Stunden Sybilla- Merian Gesamtschule

-          11 Stunden Märkisches Gymnasium

 

 

·        9 Klassen (Klassen EP1, EP2, EP3, Kl  3, Kl 4), ein- bis dreizügig

 

Schülerschaft

·        Einzugsbereich ist das gesamte Stadtgebiet Bochum.

·        Bus- und Taxitransport wird durch die Stadt Bochum gewährleistet.

·        80% der Schüler sind Jungen und 20% Mädchen.

 

Die Schülerinnen und Schüler sind aufgrund sprachlicher Auffälligkeiten und Defizite in ihrer Kommunikations- und Interaktionsfähigkeit erheblich eingeschränkt. Daraus entstehen oft Störungen in der Persönlichkeits- und Sozialentwicklung mit einhergehendem Störungsbewusstsein sowie Problemen im Lern- und Leistungsbereich. Eine gezielte sonderpädagogische Förderung reagiert darauf mit spezifischen Lern- und Unterrichtsmethoden.

Die Sprachauffälligkeiten äußern sich auf den verschiedenen Sprachebenen durch

·        erschwertes Sprach- und Anweisungsverständnis

·        Lautfehlbildungen (phonetisch-phonologischer Bereich)

·        dysgrammatische Sprechweise (syntaktisch- morphologischer Bereich)

·        reduzierten Wortschatz und Begriffsbildungsschwächen (semantisch-lexikalischer Bereich)

·        Redeflussstörungen (Stottern/Poltern)

·        Sprechhemmungen verschiedener Art ( z.B. Mutismus)

·        Stimmstörungen

·        erschwerten Lese- und Rechtschreiberwerb

·        nicht altersgemäße Fähigkeiten im Gebrauch der Schriftsprache.

Viele der genannten Auffälligkeiten basieren u. a. auf Störungen in der auditiven Wahrnehmung und treten in aller Regel nicht isoliert, sondern gemeinsam mit Störungen in anderen Bereichen der Persönlichkeitsentwicklung auf.

 

2.3. Aktuelle Raumsituation am Standort Drusenbergstraße

 

Örtliche Gegebenheiten

·        Zentrale Lage inmitten eines Wohngebietes

Fußläufig zu erreichen sind: Einkaufsviertel,Südpark, Wiesental, Schwimmbad, Schauspielhaus, Melanchthonkirche, Feuerwehr, Haltestellen des öffentlichen Nahverkehrs.

Räumliche Gegebenheiten

·        11 Klassenräume im Hauptgebäude und Pavillon

·        1 Mehrzweckraum zur flexiblen Nutzung

·        5 kleinere Räume zur Kleingruppenförderung

·        1 Musikraum, 1 Werkraum

·        1 Turnhalle (gemeinsame Nutzung mit der GS)

·        1 Lehrerzimmer

·        2 Verwaltungsräume für Schulleitung und Sekretariat

Teilweise werden die Räume von der OGS mit genutzt.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Abbildung 1: Brüder-Grimm-Schule - Schaubild

 

 

2.4. Offene Ganztagsbetreuung - OGS

 

Aus der Mittagsgruppe 13 + (d.h. verbindlicher täglicher Schulbesuch bis nach der 6. Stunde) entstand zu Beginn des Schuljahres 2007 / 2008 gemeinsam mit der Drusenberg-Grundschule der Bereich der Ganztagsbetreuung. Träger ist das ev. Schulreferat Bochum. Dieser ist verantwortlich für die gute Qualifizierung der Betreuungskräfte und die Ausstattung. Die seitens der beteiligten Schulen vorzuhaltenden Lehrerstunden für die eingerichteten Gruppen richten sich jeweils nach dem für diesen Bereich geltenden Schlüssel, die Vorgaben dazu werden von Amts wegen weitergegeben.

 

Alle angemeldeten Kinder erhalten qualifizierte Hausaufgabenbetreuung, Spielangebote und ein ausgewogenes Mittagessen. Einige AGs im Nachmittagsbereich werden von Honorarkräften oder vom Stadtsportbund ausgerichtet. Es gibt freiwillige und ehrenamtlich tätige Helfer, vorwiegend Eltern und Praktikanten.

 

Die räumlichen Voraussetzungen sind im sog. Nebengebäude des Schulgeländes seitens der Stadt Bochum geschaffen worden. Hier finden die wesentlichen Aktivitäten und das Mittagessen statt. Weitere Räume des Haupttrakts sowie die Turnhalle, der Pavillon und natürlich das Schulgelände insgesamt werden regelmäßig ebenfalls genutzt.

 

Für die Organisation des offenen Ganztags gehen wir von einem inklusiven Prinzip aus. Alle Schüler gehen gemeinsam durch die Tagesaktivitäten. Die Hausaufgabengruppen werden nach Alter und besonderen Anforderungen gemischt zusammengestellt. Dabei achten wir darauf, dass die Gruppenstärke nicht höher als 15 Kinder beträgt.

 

Das Leitungsteam besteht aus den Schulleitungen beider Schulen sowie den beiden Leitungskräften für den Ganztagsbereich. Regelmäßige Treffen und Austausch gewährleisten kontinuierliche und verbindliche Vereinbarungen und deren Umsetzung. In Konferenzen treffen die beteiligten Lehrkräfte mit den Betreuungskräften zusammen. Durch die Maßnahmen des Trägers hinsichtlich Qualitätskontrolle, das sog. QUIGS, ist eine Evaluation und inhaltliche Weiterentwicklung unter Beteiligung aller gewährleistet.

 

Gemeinsame Elternabende und jahreszeitlich gebundene Feste geben den Rahmen für Kontakt und Austausch sowohl der Kinder untereinander wie der Eltern und der anwohnenden Nachbarschaft.

 

Als Modellversuch wurde im Schuljahr 2009 / 2010 die Einzelfallhilfe für Kinder unserer Schule und deren Familien initiiert. Hier haben die sozialpädagogisch ausgebildeten Betreuungskräfte eine zusätzliche Möglichkeit, mit den Kindern eine gute Lebensperspektive im jeweiligen Kontext zu entwickeln. Die Begleitung der Kinder findet sowohl durch Maßnahmen mit den Eltern wie im Klassenverband und in Einzelberatungen statt. Durch Unterstützung über das Jugendamt werden zeitliche und finanzielle Mittel dafür bereitgestellt.

 

Eine wissenschaftliche Begleitung durch die Fachhochschule in Münster ist zugesagt und wird im Schuljahr 2010 / 2011 durchgeführt. Dabei wird die Wirksamkeit der Kopplung der beiden Arbeitsbereiche ‚Betreuung der Schüler im Rahmen der OGS’ mit der ‚sozialpädagogischen Einzelfallhilfe’ untersucht. Diese Verknüpfung findet sich bei fachlich qualifizierten Arbeitskräften, welche die räumlichen und technischen Ressourcen vor Ort dafür nutzen. Dieses Projekt betrachten wir als zukunftsweisend für die Weiterentwicklung der Schule als Haus des Lernens.

 

 

 


3. Unterrichtskonzepte und Standards   sonderpädagogischer Förderung

 

3.1. Standards sonderpädagogischer Förderung

 

Unsere Förderschule Sprache vermittelt Kenntnisse und Fertigkeiten in den Bereichen des Spracherwerbs, des sinnhaften Sprachgebrauchs und der Sprechtätigkeit. In der Schule ist Sprache nicht nur ein herausragender Lerngegenstand, sondern schulisches Lernen ist vor allem sprachlich vermitteltes Lernen. Sprache ist in jedem Fall von zentraler Bedeutung für alle Fächer und bestimmt den Tagesablauf unserer Kinder (vgl. Standards der sonderpädagogischen Förderung, hrsg. vom VDS, 2007).

 

Unser Schwerpunkt liegt in  der Förderung von Kindern im Eingangsbereich, da hier die Sprachentwicklung noch nicht als abgeschlossen angesehen werden kann und es gilt, die Kinder so früh wie möglich mit gezielten Interventionen zu unterstützen. Daher kommt dem Anfangsunterricht in unserer vorgeschalteten Eingangsklasse eine grundlegende Bedeutung zu (vgl. Abschnitt 3.4).

 

Mit Hilfe eines umfassenden und zielgerichteten Förderplans, der sich auf alle kindlichen Entwicklungsbereiche bezieht, passen wir unsere Lernangebote in Anlehnung an die Richtlinien und Lehrpläne der Grundschule an die individuellen Voraussetzungen des Kindes an.


 

 

             
 

Wahrnehmung /

Taktil – visuell - auditiv

 
 
   

Kommunikation /

verbal + mimisch-gestisch

 
   

Soziabiltät / Selbst –

+ Fremdwahrnehmung

 
 
 
   

Kognition / Lernen

Arbeitshaltung

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


Abbildung 2: Darstellung der Entwicklungsbereiche

 

3.2. Unterrichtsmerkmale sprachkonzeptioneller Förderung

 

Der sprachliche Entwicklungsstand des Kindes mit seinem subjektiven Bedeutungsgehalt gilt als ein Teilbereich des Selbstkonzepts. Jedes Kind hat ein eigenes Verständnis darüber, was es sprechen und kommunizieren kann und welche Mittel es dafür zur Verfügung hat. Das individuelle Sprachkonzept einschließlich der grundlegenden Voraussetzungen von angemessener Wahrnehmungs- und Bewegungsverarbeitung wird mit gezielter Beobachtung erfasst.

Dies ist die Voraussetzung für unsere Förderplan- und Unterrichtsarbeit. Die sprachkonzeptionelle Förderung für jedes Kind setzt an dem jeweiligen Entwicklungsstand an und wird kontinuierlich angepasst. Je später die Förderung einsetzt, umso langwieriger der Prozess, da Wachstum und Verdichtung von neuronalen Strukturen viel Zeit braucht.

 

 

Die vier Sprachebenen beinhalten (vgl. Abb. 3 und 4):

 

Kommunikativ-pragmatisch:

Identifizieren von Bildern, Paradoxien, allgemeine Denkfähigkeit;

Sprache in Alltagssituationen; Dialoge;

Lautspiele, Verse und Reime, Sätze nachsprechen, Satz-Konstituenten erkennen

 

Phonetisch-phonologisch:

Korrekte Artikulation in den 4 Lautzonen; Phonologische Bewusstheit trainieren, deutliche Aussprache, Transferübungen (in der Übungssprache angebahnte Fertigkeiten in die Spontansprache übertragen)

 

Morphologisch-syntaktisch:

Eigenschaften, Pluralbildung; Satzstellungen,

Dativ/Akkusativ-Bildung; Kausale Sätze, Satzmuster

 

Semantisch-lexikalisch:

Eigenschaften und Tätigkeiten beschreiben, Kategorien und Gruppierungen vornehmen, aktiven Wortschatz und Wortspeicher ergänzen und trainieren

 

Weitere und gekoppelte Fördermaßnahmen werden in den grundlegenden Entwicklungsbereichen Wahrnehmung (Sensorik / Sensomotorik), Bewegung und Kognition geplant und durchgeführt.

Besondere Aufmerksamkeit richten wir auf die Entwicklung der sozialen und emotionalen Kompetenzen, da unsere Schüler durch kommunikative Beeinträchtigungen sehr häufig in ihrer Ausdrucksfähigkeit eingeschränkt sind.

 

Unser schuleigenes und an die entsprechenden Richtlinien und Lehrpläne der Grundschule angepasstes Curriculum in Form von Arbeitsplänen für alle Fächer und Lernbereiche liefert die Grundlage des förderdiagnostischen und unterrichtlichen Handelns.

 

 

 

Für die Gestaltung und Organisation des Unterrichts bedeutet das:

·              niedrige Klassenfrequenz (max. 17 Schüler)

·              reizangepasste Umgebung

·              sprachliche Gestaltungsmerkmale

·              Einsatz von Modelliertechniken seitens der Lehrkräfte

·              kontextgebundene inhaltliche Aufbereitung der Unterrichtsgegenstände

·              an die jeweilige Entwicklungsstufe angepasste Lernumgebung

·              funktions- und schülerorientierte Klassenraumgestaltung.

 

Die pädagogische Arbeitsweise ist gekennzeichnet durch:

 

·              jahrgangsbezogener Austausch und Planung von Themenbereichen

·              Möglichkeit von Teamarbeit durch Einsatz von Doppelbesetzungen

·              förderdiagnostische Tätigkeit durch gezielte Beobachtung und Auswertung der Arbeitsprodukte innerhalb der Gruppe

·              gezielte Einzelintervention und Kleingruppenförderung bei Bedarf und nach Möglichkeit; angepasst an die unterschiedlichen Lernniveaus

·              kollegialer Austausch mit Fachkollegen und weiteren Beteiligten

·              regelmäßiger Austausch mit Eltern und Erziehungsberechtigten.

 

3.3. Zielperspektiven

 

Grundsätzliches Ziel für unsere Schülerinnen und Schüler ist die Rückführung in die Allgemeine Schule. Dafür nutzen wir Kontakte und Angebote der in Frage kommenden Grundschulen im Einzugsbereich der Schülerinnen und Schüler.

Dies bezieht sich insbesondere auf den Wechsel in den Gemeinsamen Unterricht an einer Grundschule. Für die Schulabgänger der 4. Klassen gilt das entsprechend.

 

Unsere Schüler werden befähigt:

 

 

 

·              zum Dialog und zur emotionalen und kommunikativen Teilnahme am Unterricht,

·              sich in einer größeren Gruppe Gleichaltriger sprachlich und emotional angemessen einzubringen,

·              in unterschiedlichen Situationen innerhalb und außerhalb des Unterrichts mit Kindern und Erwachsenen adäquat umzugehen,

·              eigene Begabungen und Grenzen einzuschätzen und produktiv einzubringen.

 

3.4. Konzeption der Schuleingangsphase

 

Lernanfänger mit dem Förderschwerpunkt Sprache zeigen zu Beginn ihrer Schulpflicht nicht nur eine isolierte Sprachauffälligkeit. Sie haben oft auch komplexe Beeinträchtigungen in nichtsprachlichen Bereichen. In der Regel besuchen alle Lernanfänger  die Schuleingangsphase. Ziel ist es, Entwicklungsrückstände aufzuholen. Der Unterricht bereitet auf das schulische Lernen  vor. Innerhalb der Jahrgangsstufenkonferenz wird entschieden, zu welchem Zeitpunkt der Leselehrgang sowie mathematische Inhalte, angelehnt an die Richtlinien der Grundschule, eingesetzt werden. Am Ende des ersten Jahres der Schuleingangsphase wird der individuelle Förderbedarf überprüft und der weitere Förderort festgestellt.

Ausgehend von speziell für unsere Schulform entwickelten Arbeitsplänen beinhaltet der Unterricht in den Eingangsklassen folgende Förderschwerpunkte: 

 

   Auditive Wahrnehmung                                                                                                                                                                

akustisch-phonematische-, kinästhetisch-artikulatorische-, melodische- und rhythmische Differenzierung

Visuelle Wahrnehmung

Figur-Grund, Visuomotorik, Raum-Lage, räumliche Beziehung, Formkonstanz

Taktil-kinästhetische Wahrnehmung                                                                                                taktile Differenzierung, Körperempfindung, Gleichgewichtsschulung

Motorik

            fein- und grobmotorische Koordination, Graphomotorik, Handlungsplanung sowie Handlungssteuerung

 

 

Lern- und Arbeitsverhalten

Merkfähigkeit, Aufmerksamkeit, Konzentration, Arbeitsstrategien, Ausdauer, Selbstständigkeit, Arbeitstempo, Anweisungsverständnis, Sprachverständnis

Emotionalität         

Eigen- und Fremdwahrnehmung, Selbstkonzept, Kooperationsfähigkeit, Konfliktfähigkeit, Gruppenfähigkeit.  

 

Im Rahmen des sprachkonzeptionellen Unterrichts findet eine Förderung in den basalen Bereichen und eine umfassende Förderung auf allen 4 Sprachebenen (s. S. 15) statt. Für die Eingangsklasse sind dabei folgende Inhalte von besonderer Bedeutung:

·              Phonematisch-phonologische Bewusstheit  

·              Artikulation

·              Entwicklung eines grundlegenden Sprachverständnisses

·              Förderung eines grundlegenden Sprachverständnisses 

·              Förderung der verbalen und nonverbalen Kommunikation

·              Begriffsbildung

·              Entwicklung des mentalen Lexikons.              

 

3.5. Musikalische Förderung

 

Die Schüler unserer Schule werden auf vielfältige Weise und in unterschiedlichen Gruppenkontexten besonders auch durch musikalische Angebote gefördert. Ziel dieser Förderung ist vorwiegend die Entwicklung

·              auditiver Wahrnehmung

·              individueller (nonverbaler) Ausdrucksfähigkeit

·              stimmlicher und sprachlicher Kommunikation.

 

Darüber hinaus werden musikalische Aktivitäten besonders zur individuellen Förderung von Selbstbewusstsein und Selbstwert sowie zur Förderung sozialer Kompetenzen und zur Entwicklung eines gewaltfreien Miteinanders eingesetzt.

Die Stundentafel sieht 1-2 Stunden Musikunterricht pro Klasse vor, der sich an den Lehrplänen für Musik in der Grundschule orientiert (siehe Arbeitspläne).

Darüber hinaus werden im Unterricht individuelle Schwerpunkte gebildet, die dem Förderbedarf einzelner Schüler entsprechen. Dem Singen und dem Explorieren stimmlich musikalischer Möglichkeiten kommt dabei eine große Bedeutung zu.

 

Ein musikalisches Feld besteht in der Zusammenarbeit mit der Musikschule der Stadt Bochum. Sie verfolgt mit dem Projekt „Spiel Musik“ die Absicht, das landesweite Projekt „Jedem Kind ein Instrument“ auch Förderschulen zugänglich zu machen. Seit dem Schuljahr 07/08 erhalten die Klassen des 3. Jahrgangs unserer Schule jeweils 1 Stunde elementaren Musikunterricht durch einen Musiklehrer der Musikschule.

 

 

3.6. Pädagogische Diagnostik

 

3.6.1. AO-SF – Verfahren

 

Schüler, bei denen ein sonderpädagogischer Förderbedarf im Bereich Sprache vorliegt, können entweder an der allgemeinen Schule im gemeinsamen Unterricht oder an einer Förderschule mit dem Förderschwerpunkt Sprache unterrichtet werden. Die Entscheidung über den Förderort trifft die Schulaufsichtsbehörde, der Entscheidung voraus geht ein „Verfahren zur Feststellung des sonderpädagogischen Förderbedarfs“ (gemäß §52 SchulG-AO-SF). In diesem Verfahren wird über das betreffende Kind ein pädagogisches Gutachten durch ein Testteam- bestehend aus einer sonderpädagogischen Lehrkraft und einer Lehrkraft der allgemeinen Schule verfasst.

 

Schüler im Grundschulalter mit Förderbedarf im Bereich Sprache können in einer entsprechenden Förderschule mit dem Förderschwerpunkt Sprache gefördert werden. Nimmt das Kind am gemeinsamen Unterricht teil, verbleibt es in der allgemeinen Schule und wird dort im Rahmen der vorhandenen Organisationsbedingungen (Schwerpunktschule, Integrationsklasse o.ä.) von Sonderpädagogen und Lehrkräften der allgemeinen Schule gefördert. Sollte das Testteam feststellen, dass bei dem Kind der Förderschwerpunkt in einem anderen Bereich liegt, wird eine Lehrkraft des entsprechenden Förderschultyps hinzugezogen.

Das Schulamt entscheidet über den entsprechenden Förderort.

 

Die Brüder-Grimm-Schule, Förderschule mit dem Förderschwerpunkt Sprache im Primarbereich ist eine Durchgangsschule, d.h. die Schüler können am Ende eines jeden Schuljahres oder zu einem anderen geeigneten Zeitpunkt in die allgemeine Schule (zurück-) überwiesen werden.

 

3.6.2. Diagnostik und Förderdiagnostik

 

Im Rahmen des Verfahrens zur Feststellung des sonderpädagogischen Förderbedarfs kommen informelle und standardisierte diagnostische Verfahren zur Anwendung.

Dazu gehören u.a.

·              Anamnesegespräch mit den Erziehungsberechtigten

·              Verhaltensbeobachtung

·              Überprüfung der Sprachebenen ( informelle Überprüfung – Rahmenhandlung Zoo) :

phonetisch - phonologisch
semantisch - lexikalisch        
morphologisch - syntaktisch     
kommunikativ - pragmatisch  

·              sowie der Basisleistungen (vgl. Abbildungen S. 23/24).

Bei der Überprüfung von Schülern der allgemeinen Schule werden die Leistungen in den Fächern Sprache und Mathematik in die Beurteilung einbezogen.

 

Daraus ergibt sich ein erstes Förderkonzept. Durch weitere ausführliche Tests und die Beobachtung von Lernprozessen ergeben sich gezielte und differenzierte Fördermaßnahmen. Das Förderkonzept ist auf den einzelnen Schüler bezogen. Der Förderplan bildet die konzeptionelle Grundlage für wesentliche sprachkonzeptionelle Entscheidungen.

 

3.6.3. Förderdiagnostik im Unterricht

 

Bei den Schülern der Brüder-Grimm-Schule werden im Rahmen der Feststellung des sonderpädagogischen Förderbedarfs Förderschwerpunkte auf verschiedenen Sprachgestaltungsebenen (siehe Abbildung S. 23) sowie ein Förderbedarf in einem oder mehreren Bereichen der sprachstützenden Basisleistungen (siehe Abbildung S. 24) in unterschiedlichen Ausmaßen festgestellt.

 

Der Unterricht an der Brüder-Grimm-Schule ist grundsätzlich zielgleich an den Lehrplänen der allgemeinen Schule ausgerichtet. Der Förderbedarf im Bereich Sprache wird durch spezielle Maßnahmen des sprachkonzeptionellen Unterrichts berücksichtigt. Dazu gehören z.B.:

·              die kleine Lerngruppe (8-17 Schüler)

·              hohes Maß an Anschaulichkeit, Handlungsorientierung, Strukturierung,
Sitzordnung mit Blickkontakt

·              didaktische Reduktion

·              Lehrersprache als Modell und bewusst eingesetztes Medium (z.B. semantische Reduktion), Sprachkonzeptionelle Interventionen im Unterricht, z.B.

o       Anbieten ausgewählter Satzmuster

o       bildgestütztes Sprechen

o       Lautgebärden im Leselehrgang und als unterstützende Artikulationshilfe in der Spontansprache

o       Einbeziehung von Mundmotorik und Lautmalerei in spielerischen Handlungssituationen und Geschichten

o       chorisches Sprechen unter Einbeziehung unterstützender Gestik, Mimik und Rhythmik

o       Einbeziehung prosodischer Merkmale und vieles mehr.

 

Weitere Aspekte ergeben sich aus den verschiedenen sonderpädagogischen Basisleistungen (siehe Abbildung S. 24).

Neben dem sprachkonzeptionellen Unterricht hat die individuelle Sprachförderung als Einzelförderung und Kleingruppenförderung einen hohen Stellenwert an der Brüder-Grimm-Schule. Auf der Grundlage eines individuellen Förderplanes sind Individualisierung und Differenzierung die zentralen Prinzipien der Unterrichtsarbeit. Das bedeutet, dass in regelmäßigen Abständen die Inhalte, Fortschritte und Ziele der Förderung überprüft und modifiziert werden.

 

3.6.4. Leistungsbewertung / Vergleichsarbeiten

 

Der Unterricht im Förderschwerpunkt Sprache führt zu den Abschlüssen der allgemeinen Schulen und in Einzelfällen im Bildungsgang des Förderschwerpunktes Lernen. Wegen der unterschiedlichen Voraussetzungen der Schüler, besonders im Bereich Deutsch, findet eine individuelle Benotung von Schülerleistungen in diesem Bereich im Sinne des Nachteilausgleichs statt.

 

Aufgrund des spezifischen Förderbedarfs werden keine zentral organisierten Vergleichsarbeiten durchgeführt. Innerhalb der Jahrgangsstufen werden in regelmäßigen Abständen Parallelarbeiten geschrieben, verglichen und bewertet.


 

 

 

 

 

 

       
     
   
 
 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


 

Lexikalisch-semantische Sprachebene

Speicherfähigkeit / Abrufbarkeit

Kategorien / Ordnungen erkennen

 
                                                                              

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 
 

Abbildung 3: Darstellung der  Sprachgestaltungsebenen

 
 

 

 

       
     
   
 
 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


 

Auditive Wahrnehmung

Auditive Aufmerksamkeit

Auditive Merkfähigkeit

Auditive Identifiaktion

Auditive Differenzierungsfähigkeit

Phonematische Differenzierung

Auditive Lautpositionsbestimmung

Auditive Figur-Grund-Wahrnehmung

Richtungshören

 

 

 

 

 

Kognition

Kurzzeitgedächtnis

Langzeitgedächtnis

Produktives Denken

Analogiebildung

Problemlösendes Denken

Kreativität

 

 

Visuelle Wahrnehmung

Visuelle Konzentration

Visuelle Differenzierung

Visuo-motorische Koordination

Figur-Grund-Wahrnehmung

Formenkonstanz

Wahrnehmung der Raumlage

Erfassen von räumlichen Beziehungen

Visuelle Merkfähigkeit

 
                                                                              

 

 

 

 

 
 

Abbildung 4: Darstellung der  sprachstützenden Basisleistungen

 
 

 

3.7. Fortbildungsplanung

 

Für alle Kolleginnen und Kollegen geben Fortbildungen wesentliche Impulse zur Weiterentwicklung der schulischen Tätigkeiten und der eigenen Möglichkeiten. Der Themenschwerpunkt liegt in der Schulentwicklung. Außerdem können sich alle

KollegInnen individuell, je nach Bedarf und nach Abstimmung mit der Schulleitung,

fortbilden.

 

Zusatzqualifikationen einzelner Lehrkräfte bestehen bereits in den Bereichen:

 

·              Musiktherapie

·              Gestalt- und Psychotherapie

·              systemische Interventionen

·              Beratung (Fallberatung)

·              Kunst / ästhetische Bildung

·              Kooperatives Lernen (Moderatorenausbildung)

·              Englisch – C 1 und Didaktik für den Anfangsunterricht.

 

Folgende schulinterne Fortbildungen sind für die Schuljahre 12/13 und 13/14 schwerpunktmäßig durchgeführt worden:

 

·              Kooperative Lernformen (5 Module)

 

Einzelne Lehrkräfte nehmen an Fortbildung zum Bereich Datenverarbeitung / zur Gestaltung einer Homepage sowie zur Schulentwicklung teil.


3.8. Schule als Ausbildungsort

 

Die Brüder-Grimm-Schule bietet für viele Personen Möglichkeiten, sich in das Schulleben und die pädagogischen Inhalte und Prinzipien einzufinden. Regelmäßig leisten Schülerpraktikanten der Klassen 9, 10 oder 11 aus Bochumer weiterführenden Schulen ihr Betriebspraktikum bei uns ab.

 

Informationspraktikanten, Praktikanten für Ausbildungszwecke, Jahres- und Blockpraktikanten bieten wir ebenfalls Einblick in unsere Arbeitsfelder und das gesamte Schulleben. Kooperationspartner sind

·          die Universitäten Bochum und Dortmund für Lehramtsstudenten

·          Bochumer Schulen der Sek I und II für Berufs- und Schülerpraktika

·          sowie individuelle Interessenten.

 

In Kooperation mit dem Studienseminar Dortmund werden an der Brüder-Grimm-Schule regelmäßig LehramtsanwärterInnen ausgebildet.

 

Auch für Eltern und Vertreter anderer Bereiche gewähren wir nach Absprache Einblicke in unsere Unterrichts- und Fördertätigkeit.

Selbstverständlich stehen wir in Kontakt und Austausch mit den Studienseminaren und Hochschulen bezüglich der Verfügbarkeit von Ausbildungsplätzen für das Eignungspraktikum und die zweite Ausbildungsphase. Hier für gibt es speziell benannte Kolleginnen, die sie in dieser Ausbildungsphase begleiten und beraten können.

 


4. Beratung

 

4.1. Internes Beratungskonzept

 

Das Handlungsfeld Beratung zählt zu den wesentlichen Aufgaben jedes Lehrers. Innerhalb der Schule können sich alle Kollegen untereinander beraten. Auf Wunsch kann das Angebot einer speziellen Beratungslehrerin von Lehrern und Schülern in Anspruch genommen werden (vgl. Abbildung auf der nächsten Seite).

 

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Gesetzliche Grundlagen

- Beratungserlass NRW

- „Individuelle Förderung“ als

  Leitidee  im Schulgesetz

 

  NNNNNRWNRW

 

 

 

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  • NRW

 

 

 

 

 

 

 
 

Wer berät?

- Schulleitung

- Alle Lehrerinnen und Lehrer

- Beratungslehrerin

 

 

 

 
 

Wer wird beraten?

- Eltern

- Schülerinnen und Schüler

- Lehrerinnen und Lehrer

- Päd. Mitarbeiter der OGS

 

 

- 

 

 
 

Grundsätze der Beratung

- Freiwilligkeit

- Vertraulichkeit

- Lösungsorientierung

- Ressourcenorientierung

- Sich-Miteinander-Beraten

 

 
 
 
 
 

                                                                                                 

 

 

                       
   

Internes Beratungskonzept

 

Im Mittelpunkt der Beratungsarbeit  steht das Kind

in seiner jeweiligen Befindlichkeit, in seinen Lebenskontexten, mit seinen Ressourcen.

 
 
                 
   
 
 
 
 
 

 

 

 

 

 

 

 

 


                                                                              

 

               
             
 
 

Abbildung 5: Internes Beratungskonzept

 
 

 

 

 

 

 

 

 

 

4.2. Externes Beratungsangebot

 

Die Brüder-Grimm-Schule verfügt über ein externes Beratungskonzept. Bei Bedarf wird sämtlichen Einrichtungen und Eltern die Fachkompetenz der Förderschule Sprache zur Verfügung gestellt (vgl. nachfolgend Abb. 6).

 

 

               
     
 
     
   
 
 
   

Abbildung 6: Beratungsangebote

 
 

 

 

5. Aktives Schulleben

 

5.1. Elternarbeit

 

Eine Grundlage erfolgreicher pädagogischer Arbeit ist die Zusammenarbeit aller beteiligter Parteien, Schule, Eltern und Behörden. Besonders wichtig sind angemessene Kontakte und gemeinsame Bemühungen der Parteien, die im täglichen Kontakt mit dem Kind stehen. Die Schule erklärt ihre Arbeit basierend auf den Kompetenzen der Schüler. Es werden Initiativen der Eltern angeregt betreffend möglicher Unterstützung durch personelle Verstärkung, Beschaffung von Arbeitsmaterialien, Anregungen oder Vermittlung von Kontakten.

Wünsche und Impulse der Eltern werden gemeinsam diskutiert und entwickelt. Die Ergebnisse werden in den Unterricht einbezogen, wenn sie inhaltlich, Alters entsprechend und vom zeitlichen Aufwand her in das Konzept aufgenommen werden können.

 

Elternabende

Klassenpflegschaftsversammlungen, Schulpflegschaft und Schulkonferenzen sind gesetzlich vorgeschriebene Mitwirkungsorgane und finden regelmäßig statt.

 

Elternbriefe

Mitteilungen der Klassenlehrerin und der Schulleitung betreffend Klassen- und Schulorganisation (allgemeine Informationen über Termine, Feste, Einladungen teilweise mit Bitte um Antwort)

 

Elternsprechtage

In jedem Schulhalbjahr findet ein ganztägiger Eltern- Schülersprechtag statt. Die Termine werden stets schulintern festgelegt. Hier besteht die Möglichkeit in einem ausführlichen Gespräch das einzelne Kind in den Mittelpunkt zu stellen.

Diese Sprechtage dienen darüber hinaus der Kontaktanbahnung und -pflege der Eltern untereinander. Deshalb bieten neuerdings der Förderverein und ältere Schüler Getränke und Waffeln an, um eine angenehme Atmosphäre aufzubauen und so zu längerem Verweilen in der Schule anzuregen.

 

Individuell vereinbarte Gesprächstermine

Es besteht grundsätzlich immer die Möglichkeit weitere Gesprächstermine zu vereinbaren.

 

Hausbesuche

Zum Konzept unserer Schule gehört eine intensive Elternarbeit. Dau gehören auch Hausbesuche, die mit den Eltern vereinbart werden.

 

Schnuppertag

Am Ende jeden Schuljahres werden die neuen Schulanfänger mit ihren Eltern zu einem Schnuppertag eingeladen.

Die Kinder werden in kleinen Gruppen in die Eingangsklassen verteilt, um an einer Unterrichtsstunde der Klassen E oder 1 teilzunehmen. Das soll ihre Neugier befriedigen und eventuell vorhandene Ängste und Vorbehalte abbauen.

Zeitgleich erhalten die Eltern schulorganisatorische Informationen, die den Schulalltag, Unterrichtsmaterialien oder den Bustransfer betreffen. Die Schulleitung beantwortet Fragen der Eltern.


5.2. Gemeinschaftserfahrungen

 

Alle Kinder sollen sich an der Brüder-Grimm-Schule wohl fühlen. Durch gemeinschaftliche Aktivitäten haben sie die Möglichkeit sich als Teil der Schulgemeinschaft zu fühlen. Immer wiederkehrende Rituale dienen als Hilfe zur Orientierung im Jahresablauf und sollen sprachliche und soziale Kompetenzen der Schülerinnen und Schüler fördern. Die Möglichkeit Erlerntes zu präsentieren, fördert zudem die intrinsische Motivation der Kinder.

Folgende Aktivitäten sind daher feste Bestandteile unseres Schullebens:

 

Einschulung

·              Begrüßung der neuen Schüler durch alle Schüler der Schule

·              symbolischen Eintritt in die Schule durch einen Blumenbogen

·              Begrüßungslieder (Schullied u.a.) und kleine Vorführungen

·              Angebot von Kaffee und Kuchen (organisiert durch Eltern der 1. Klasse)

 

Ferienfeiern

·              jeweils am letzten Tag vor den Ferien organisierte Treffen aller Schüler

·              Möglichkeit etwas vorzuführen (Lied, Tanz, Gedicht, Spiellied) und gemeinsam zu singen

 

Adventssingen

·              gemeinsamer Start in die neue Woche

·              gemeinsames Singen von Adventsliedern im weihnachtlich dekorierten Flur

 

Schulgottesdienste

·              konfessionsübergreifende Gottesdienste in Kooperation mit der Melanchthonkirche (Bochum) und der Ev. Kirchengemeinschaft Eppendorf (Wat)

·              verschiedene Anlässe im Schul- und Kirchenjahr sind: Erntedank, Nikolausfeier, Weihnachten, Entlassfeier

·              seit 2001 gibt es Gottesdienste, deren zeitliche und methodische Gestaltung fortlaufend evaluiert werden.

 

Karnevalsfeier

·              Karnevalsfeiern in den einzelnen Klassen

·              gemeinsame Polonaise aller Schüler und Lehrer durch das Schulgebäude und auf dem Schulhof

 

Standortübergreifende Erlebnisse sind:

 

Schulausflug

·              jährlicher Ausflug zum „Ketteler Hof“

 

Theaterbesuch

·              jährlicher Besuch aller Klassen des Schauspielhauses

 

Sportfeste

·              durch Spielstationen erweiterte Bundesjugendspiele

 

 

Zu aktuellen Anlässen stattfindende Aktivitäten

·              Sponsorenlauf

·              Schulfest

·              Projekttage, Projektwochen

·              Fußball WM

·              Schulhofgestaltung

 

Die genannten Gemeinschaftserfahrungen werden fortlaufend evaluiert und die Ergebnisse in die weiterführende Planung einbezogen.

 

 

 

 

 


 

Außerschulische

Lernorte z.B.

 

Feuerwehr

Stadttheater

Stadtbücherei

Klangraum

Kirchengemeinden

Tierpark Bochum

Zoo Dortmund

Waldführungen Weitmarer Holz

„Schule Natur“

Grugapark Essen

Waldschule Harpen

Hutzelbäcker Bochum

Bergbaumuseum

Eisenbahnmuseum

Archäologisches Museum

Freilichtmuseum Hagen

Schulmuseum

 

Presse

 

 

Presse:

WAZ

Ehrenfelder

Stadtspiegel

 

 

Kooperatives

Netzwerk Beratung

 

s. Beratungskonzept

 

Experten

 

 

Märchenerzähler

Musikschule

Polizei

Pro Familia

 

 
           

 

       
   
 
   

Abbildung 7: Kooperation mit außerschulischen Einrichtungen

 

 

5.3. Präsentation und Gestaltung der Schule

 
   

 

Die seit dem Schuljahr 2009 / 2010 eingerichtete Gestaltungsgruppe nimmt sich vor, die Ausgestaltung der Räumlichkeiten Zugänge und Flure der Schule einheitlich nach festgelegten Kriterien zu organisieren.

 

Das Schullogo und der Name der Brüder Grimm stehen Pate für eine an deren Märchen ausgerichtete inhaltliche Struktur, die sich vielerorts über künstlerische Arbeiten, sei es Mosaik, Fotoschauen, Collagen und mehrdimensionale Dekorationen vermitteln lassen. In einer Projektwoche im Februar 2010 entstanden einige Kunstwerke, die den Eingangsbereich und die Flure schmücken.

 

Ein Organigramm mit aktuellen Fotos aller am Schulleben aktiv Beteiligten hängt  im Eingangsraum  zur Verwaltung.

 

Die homepage  (www.brueder-grimm-schule-bochum.de) wird in regelmäßigen Abständen aktualisiert. Sie stellt das Fenster nach Außen dar, durch das die interessierte Öffentlichkeit die Ziele und Arbeitsfelder der Schule kennen lernen kann.

 

Über einen Flyer (siehe Anhang) und kurze Schulbeschreibung in abgestimmter Farbgestaltung (gelb) erhalten Besucher und Interessierte ebenfalls wesentliche Informationen zu unseren Angeboten.

 

5.4. Öffentlichkeitsarbeit

 

Die Vernetzung mit anderen Institutionen und Weitergabe von Inhalten ist ein ganz wichtiges und vorrangiges Anliegen aller Kollegen. Über regelmäßige Kontakte zur Tagespresse sowie zu den Stadtteilzeitschriften (Ehrenfelder Bote u.a.) geben wir Informationen zu Schulfesten und besonderen Anlässen, wie Sponsorenlauf, Fußballturniere, Jubiläumsveranstaltungen und Nachbarschaftsfesten.

 

Dafür zeichnet die Schulleitung und speziell beauftragte Lehrkräfte verantwortlich (siehe Geschäftsverteilungsplan). Der Förderverein unterstützt aktiv durch Bereitstellen von Kappen und T-Shirts mit dem Schullogo, einen eigenen Flyer und Präsenz bei den jeweiligen schulischen Veranstaltungen.

 

In den vierteljährlichen Sozialraumkonferenzen der Stadt Bochum sind Kollegen der Schule sowie Betreuungskräfte vertreten und können dort aktuell über die Inhalte und Schwerpunkte der Schule informieren. Bei den jährlichen Informationsveranstaltungen der Einrichtungen der Jugendhilfe und Frühförderstellen ist die Schulleitung präsent.

 

Wir laden regelmäßig die weiterführenden Schulen zu Informationsveranstaltungen in unsere Schule ein und nutzen ebenfalls Angebote der städtischen Einrichtungen wie Jugendamt und Jugendhilfe, freie Träger sowie das evangelische Schulreferat als Dachorganisation der gemeinsamen Betreuung der Kinder innerhalb des offenen Ganztags.

 

Mit der Diakonie der lokalen Kirchengemeinde, den örtlichen Sparkassen und Volksbanken stehen wir in gutem Kontakt und können uns immer wieder über Unterstützung und Förderung durch Spenden freuen. Diese sind unverzichtbar und kommen direkt den Kindern für die Anschaffung notwendiger Materialien oder zur Unterstützung der Kosten für das Mittagessen.

 

Hilfsangebote und freiwillige Spenden von Eltern und Unterstützern der Schule werden soweit möglich direkt an die Kinder weiter gegeben.

 

5.5 Offener Anfang

 

Jeder Tag der Woche beginnt in der gesamten Brüder-Grimm-Schule mit einem „Offenen Anfang“. Dies bedeutet für alle Schüler einen sanften Anfang in den Unterrichtstag.

Die Schüler, die bereits mit ihrem Bus etc. angekommen sind, können den eigenen oder den benachbarten Klassenraum aufsuchen um dort je nach Befinden zu frühstücken, zu spielen oder bereits mit einer Freiarbeit zu beginnen. Es besteht aber auch die Möglichkeit auf dem Schulhof zu bleiben um dort zu spielen oder sich mit anderen auszutauschen.

 

6. Perspektiven der Weiterentwicklung / Evaluation

 

Das aktuelle und im November 2013 angeglichen Schulprogramm gilt als an den aktuellen Veränderungen und Prozessen orientierte Arbeitsgrundlage und Basis für die Ausgestaltung und Weiterentwicklung des Lebensraums Schule. Es wird zunächst in der Lehrerkonferenz und der Schulkonferenz erörtert und beschlossen.

 

Im Weiteren geht es an die Kooperationspartner der Stadt und der weiteren beteiligten Einrichtungen wie das evangelische Schulreferat und die benachbarte Grundschule Drusenberg.

Hinweise und Ergänzungen wurden und werden aufgenommen und eingearbeitet.

 

Die Veränderungen über schulpolitische Entscheidungen sowie Schülerfluktuation und Verlagerung sonderpädagogischer Förderungen in allgemeine Schulformen, wie sie durch die aktuelle „Inklusions-Debatte“ angestoßen ist, wird sich entsprechend in dieser Arbeitsgrundlage gegebenenfalls widerspiegeln.

 

Wir hoffen alle, dass es im Sinne der bestmöglichen Förderung der uns anvertrauten Kinder gute Lösungen für die offenen Fragen und Themen geben wird.